Vor einigen Jahren, in grauer Vorzeit, als unser Leben noch aus Schwarz-Weiß-Gedächtnislücken bestand, legte ich mein Abitur ab. Meine Schule stand auf der Abschussliste des Oberschulamtes. Soetwas kann man recht leicht erkennen: Die übrig gebliebenen Gymnasien durften das Wort «Gymnasium » im Titel führen, die anderen nicht. Wir hießen also «Robert-Koch-Schule, Gymnasium ». Damals sagte man uns, dass wir unser Abiturzeugnis unbedingt aufheben müssten, alles andere würde einen äußerst nervenaufreibenden Gewaltmarsch durch die Institutionen bedeuten. Aber mit fünf beglaubigten Kopien muss man doch noch nicht einmal sparsam umgehen, als frischgebackener Abiturient weiß man einfach, dass einen diese fünf Kopien bis zur Rente begleiten werden: Ein Zeugnis für die Uni und eins für den Arbeitgeber. Vielleicht noch eins für die Rente. Da wir aber sowieso mit 40 Jahren in Rente werden gehen können, um von den Zinsen unserer angehäuften Reichtümer zu leben, können wir uns das eigentlich auch sparen. Tja und der Rest ist für die Enkel zum Papierflieger basteln.
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Vor einigen Jahren, in grauer Vorzeit, als unser Leben noch aus Schwarz-Weiß-Gedächtnislücken bestand, legte ich mein Abitur ab. Meine Schule stand auf der Abschussliste des Oberschulamtes. Soetwas kann man recht leicht erkennen: Die übrig gebliebenen Gymnasien durften das Wort «Gymnasium » im Titel führen, die anderen nicht. Wir hießen also «Robert-Koch-Schule, Gymnasium ». Damals ...