Punks not dead. Ich möchte aber bitte, dass ihr alle tot geht.

Rubrik(en): Geschichten. Veröffentlicht am 25. Mai 2008 um 19:05 Uhr.

Ich hasse Punks mit Hunden. Nicht alle. Nur diese offensiv-aggressiven Ekelpunks, die sich am Ostbahnhof herumtreiben. Ja, ich hasse sie. Aus meinem tiefsten Inneren heraus. Bis zu den Zehenspitzen, so tief.

Soeben machten Denise und ich das Gleiche wie vielleicht tausend andere Menschen an diesem Tag auch: Wir kauften noch schnell ein paar Sachen beim ReWe im Ostbahnhof. Ist ja auch praktisch: Nicht weit weg vom Treptower Park, nur ein kleiner Umweg, um nach Hause zu kommen und hat jeden Tag bis in die Puppen auf. Nachdem wir uns schier stundenlang anstellen mussten, sehe ich auf der Rolltreppe einen Punk samt Gitarre und Hund, der mich böse aus seinem blau gehauenen Auge anblitzt. ‘Gut’, denke ich mir, ‘vielleicht hat er einfach einen schlechten Tag. Punk zu sein ist ja nun auch nicht einfach.’ Wir verlassen das Foyer und gehen unter den Gleisen zur S-Bahn. Plötzlich bleibt mein Schuh hängen und irgendetwas ist naß-cremig. Ich drehe mich um und schreiend denke ich blitzartig: ‘VERDAMMT’. Hinter mir ein Bild des Grauens: Irgendein dämlicher Vollhirni war offenbar nicht Willens oder fähig, seinem Tier beizubringen, dass man in geschlossenen Räumen – und auf Bahnhöfen schon garnicht – mitten auf den Weg scheisst. Und meine Sandale wirkte natürlich wie eine Baggerschaufel. Als ich das Ausmaß des Geschehens erkenne und mich umgehend zur Verdängung dessen, was an meinem Fuß ist, entschließe, kommt natürlich ein Reinigungsmann – und macht die Scheiße weg. Genau zwanzig Sekunden zu spät. Verdrängend dränge ich mich also an den Menschen vorbei aufs Bezahlklo. Der dortige Reinigungsmann ist natürlich nicht da, um mir seinen Wasserschlauch zu pumpen, also muss ich mir selbst helfen und die ganze cremige, stinkende Kacke von meinem Sandal wischen. Erst jetzt merke ich, dass ich das Zeug unter und zwischen den Zehen habe. Glücklicherweise ist mein Magen leer, deshalb fällt es mir weniger schwer, den Brechreiz ob des Anblicks und des Geruchs zu unterdrücken. Der Hunger, den ich noch vor zehn Minuten verspürte, ist wie weggewischt.

Deshalb hasse ich ab sofort alle Punks mit Hund am Ostbahnhof. So. Das musste ich nur loswerden.

Eines noch: ICH HASSE SIE!

Weitere Teile dieser Serie

  1. A day in life...
  2. Ankommen.
  3. Auszeit
  4. Canasta mit Freud
  5. Denise in Ghana I - Tag 1
  6. Dieses wunderbare «Zuhause-Gefühl»
  7. Lassi & ich
  8. Locken.
  9. Misanthropen unter sich
  10. Morgens halb zehn in Deutschland
  11. Punk never dies
  12. Punks not dead. Ich möchte aber bitte, dass ihr alle tot geht. (This post)
  13. Reise nach Rostock
  14. Single Point Of Failure
  15. Warum man seine Siebensachen immer zusammenhalten sollte und Muttis toll sind
  16. Wenn der Morgen erwacht
  17. Whenever life gets you down, Mrs. Brown...
  18. wie der Beginn eines schlechten sat1-Films...
  19. Wieder in Berlin
  20. zeit/formen

  1. Ne also wirklich, was fürn toller Grund jemanden zu hassen und das auch noch gleich auf sämtliche Menschen auszudehnen die ähnlich aussehen. Du hattest ein bisschen Hundekacke am Fuss?Oh wie schlimm das geht ab und von sterben wirst du auch nicht. Wenn du deswegen schon so ein Thater machst sei froh das du nicht das Leben eines Punkers führen musst. Glaub mir was wir erleben ist um einiges mieser und wir suchen uns das nicht aus. Das man dann mal nicht aufpassen konnte und sein Hund in nen Bahnhof kackt kann passieren, vor allem wenn man gerade was aufs Maul bekomm hat. Guck vielleicht besser auf deine Füsse, Hundekacke liegt in Berlin sowieso überall rum und das wird nicht das letzte mal sein dasde da reinlatscht!

  2. Falsch. Falsch. Falsch.

    1. Die Wut ist schon sehr gerichtet formuliert: In den ersten drei Sätzen.

    2. Niemand sucht sich sein Schicksal aus. Wir können es alle beeinflussen. Niemand wird als Punk geboren und muss es bis ans Ende seiner Tage bleiben.

    3. Hundekacke. Auf der Straße: Nein! In geschlossenen Gebäuden: Nein!
    Sicherlich kann man geteilter Meinung über das Zusammenleben in dieser Gesellschaft sein. Sicherlich gehen die Meinungen, ob ein Hundehalter die Exkremente seines Haustieres außerhalb seiner Wohnung zu entfernen hat oder nicht, auseinander. Ich gehöre (wie man möglicherweise lesen kann) zu der Fraktion, die der Ansicht ist, dass Scheiße ins Klo oder zumindest in den Abfall gehört. Sicherlich hätte ich durchaus besser aufpassen können. Ich hätte daran denken können, dass es durchaus Leute gibt, denen es entweder schlichtweg egal ist, ob und wo ihre Vierbeiner hinscheißen oder die sich davor ekeln, das dann auch noch wegzuräumen. Wenn ich allerdings sämtliche Wenn und Aber dieser Art berücksichtigen müsste, würde ich sehr schnell sehr paranoid werden und Sachen wie: “Wenn ich das Haus verlasse, werde ich von Unsichtbaren erschlagen” mit in meine Lebensplanung einkalkulieren.

    Miteinander geht nun einmal nur mit einander. Sonst würde es gegeneinander heißen. Tut es aber nicht.

  3. PUNKS NOT DEAD!!! punks sind einfach nur kuuuhl… und die hören auch wenigstens gute musik und keinen solchen schrot wie hiphop!!! ich steh zu punks !!!

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