7 Uhr Etwas macht Geräusche.
7 Uhr 1 Es ist ein Wecker.
7 Uhr 2 Meine Güte, das mit den Weckern wird von Tag zu Tag schlimmer.
7 Uhr 31 Das mit dem Sich-aus-dem-Bett-bewegen aber auch.
7 Uhr 43 Unter der Dusche erwacht das gelähmte Etwas in meinem Schädel.
7 Uhr 45 Das muss dieses Gehirn sein, von dem immer alle erzählen.
8 Uhr 3 Ich werfe den Diesel meines Telefon an.
8 Uhr 4 Oh, Lars hat gestern Abend eine SMS geschrieben. Wo wir denn seien. Ich verzeihe ihm rückwirkend für sein Nichterscheinen.
8 Uhr 6 Nahrungsaufnahme. Ich kratze die letzten Milchreste aus der Packung.
8 Uhr 12 Wir packen unsere Siebensachen.
8 Uhr 37 So: Tschüs Ferienwohnung.
8 Uhr 38 Der alte Mann ist nicht da, obwohl ich mir extra ein paar Cent in die Hosentasche gesteckt habe.
8 Uhr 40 Dafür quatschen uns zwei Leute an. Was sie sagen, weiß wohl nur Lars, denn der reagiert darauf.
8 Uhr 45 Wir sitzen im gleichen Café wie gestern. Die Kirche am Platz, deren Tor von einem Ausruf geziert wird (ein Ausrufezeichen auf einer Kirche ist auch mal was
Neues), fängt an zu läuten.
8 Uhr 46 Aus einer Seitentür stürzt ein Rudel älterer Damen. Das muss der Rausschmeißer der Frühmesse sein. Die Katholiken fangen mit dem Tanztee aber ganz schön früh an.
Die anderen Kirchen stimmen in das Gebimmel ein.
8 Uhr 47 Ein alter Mann trottet aus der gleichen Tür wie zuvor die alten Damen. Er sieht irgendwie abgekämpft aus. Vielleicht war ja Damenwahl und er der einzige Mann.
12 Uhr 55 Sollte es nicht schon seit einer halben Stunde Essen geben? Wir müssen unseren Flieger kriegen und verlassen das Plenum in Richtung Speisesaal.
13 Uhr 15 Offenbar lagen wir falsch, denn erst jetzt wird der vielfältige Trog der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unsere frühe Ankunft ermöglicht es uns, gleich als erste die Teller zu füllen.
13 Uhr 42 Wie im Paradies: Eine halbe Stunde Fleisch mit Fleisch. Mein Lieblingsessen!
13 Uhr 50 Mit André, eine Kollegen von T-Systems, sitzen wir im Taxi gen Flughafen.
14 Uhr 31 Ich habe ja ganz vergessen, eine Postkarte zu schreiben! Hals über Kopf plündere ich die erstbeste Post und fange mit der Postkartenbefüllungsaktion an.
14 Uhr 34 So. Fertig. Bin ja schreibtechnisch recht gut im Training.
14 Uhr 45 Langsam lässt die Anspannung wieder nach und nahezu entspannt checken wir ein.
14 Uhr 50 Was passiert, wenn drei Informatiker gelangweilt zusammenhocken? Sie holen ihre Notebooks heraus und einigen sich auf ein Spiel. Diesmal ist es Quake.
14 Uhr 55 Da André sein Bluetooth nicht eingerichtet hat, müssen wir uns mit einem ad-hoc-Netzwerk quälen. Die Verbindung steht, allerdings kommen pings nur in eine Richtung durch.
14 Uhr 56 Die Firewalls können es nicht sein, die sind aus.
15 Uhr 12 Wir geben es auf. Das Flugzeug wird sowieso voll.
15 Uhr 25 Wir sitzen im Flieger. Eigentlich sollte es jetzt losgehen, aber der Kapitän meldet sich und meint, dass der Luftraum über Wien wohl voll sein wird, daher würden wir erstmal hier in Ljubljana am Boden bleiben.
15 Uhr 37 Wir fahren zur Startbahn.
15 Uhr 38 Und fahren…
15 Uhr 39 …und fahren…
15 Uhr 40 …und fahren…
15 Uhr 41 So groß war der Flughafen am Dienstag doch garnicht, die drehen hier doch Runden am Boden.
15 Uhr 43 Wir heben ab. Na endlich. Langsam wurde der Wandertag peinlich.
16 Uhr 37 Über Wien. Die Stadt schaut wie eine große Eisenbahnanlage aus.
16 Uhr 38 Das Stadtzentrum ist genau unter uns.
16 Uhr 39 Wir haben die Stadt überflogen, jetzt tauchen riesige gelbe Felder auf. Das soll mal einer mit einem Auto machen! Eines wird plötzlich von einem mehrere duzend Gleise umfassenden Güterbahnhof unterbrochen. Diese Ösis.
16 Uhr 40 Erst jetzt fällt mir so richtig auf, dass der Flug immer turbulenter wird. Es ist, als ob mal eine schlaglochübersäte Hügelpiste entlangschießt. Vielleicht sollten die Ösis das Geld, was sie bei den Eurofightern einsparen, in den Ausbau der Luftraumwege stecken.
17 Uhr 50 Gelandet und im Terminal. Wir hetzen aus dem Sicherheitsbereich, um unsere Tickets für den nächsten Flug zu bekommen, der genau jetzt losfliegen sollte.
17 Uhr 57 Am Schalter. Die scheinen hier echt die Ruhe weg zu haben. Vielleicht geht der Flieger auch verspätet. Wer weiß.
18 Uhr 3 Routiniert meistern wir die Checkin-Prozedur.
17 Uhr 16 Wir treffen André wartend vor dem Gate. Auf die Frage, wieso hier alles so entspannt ist, antwortet dieser, es sei ja noch hin bis es losginge. Erst jetzt fällt Thomas auf, dass er seine Uhr die ganze Zeit falsch abgelesen hat.
17 Uhr 50 Gleich zwei Unbekannte auf einmal: Austrian Airlines und eine Fokker. Der kurze Moment der Unsicherheit wird mir schlagartig genommen, denn die Airlines sind mir auf Anhieb sympathisch: Das Zeitungsangebot ist schlichtweg überwältigend. Ich lasse es mir mit einem Standard und einer Financial Times gut gehen.
17 Uhr 53 Die Stimme der Stewardess klingt komisch. Entweder ist sie 13 und sieht 15 Jahre älter aus oder sie hat vor der Ansage Helium genascht.
18 Uhr 15 Ich ernenne Austrian Airlines zu meiner Lieblingsfluggesellschaft. Die Stewardessen sind äußerst zuvorkommend und außerdem gibt es Wein.
19 Uhr 7 In Berlin regnet es. Überall ist schönes Wetter, nur in Berlin muss es wieder regnen. Nachdem wir bereits fünf Minuten im Flieger auf das deutsche Bodenpersonal warten mussten, verlassen wir das Flugzeug trotzdem noch sieben Minuten vor dem eigentlichen Landezeitpunkt. Plansollübererfüllung auf der ganzen Linie! Das gibt einen Platz auf der Ehrentribüne beim nächsten Internationalen Tag der Luft- und Raumfahrt, dem Tag der jungen Techniker und Naturforscher. Zu dumm nur, dass der erst am 12. April ist.
19 Uhr 26 Unsere Wege trennen sich.
20 Uhr 7 Wieder zu Hause! Jippie! Meine Liebste muss schwer schuften, dafür kocht Alex Essen!
Weitere Teile dieser Serie
- Ljubljana - Tag drei
- Ljubljana - Tag eins
- Ljubljana - Tag vier (This post)
- Ljubljana - Tag zwei






