Ich rose mich nach Dir

Veröffentlicht am 15. Mai 2012 um 18:48 Uhr
Schlagwort(e):  ,
Rubrik(en): Gedichte, les études

Ich rose mich nach Dir
Du Rose Du
Du Rose Du in Rosen
Doppelte Rose Du
Du Rose Rose Du
Und dosiere eine Dosis obenauf

Ich dosiere mich nach Dir
Du Dosis Du
Du Dosis Du in Dosen
Doppelte Dosis Du
Du Dosis Dosis Du
Und rose eine Rose obenauf

wessen wessen wollen wir

Veröffentlicht am 3. Mai 2012 um 10:00 Uhr
Schlagwort(e):  ,
Rubrik(en): Gedichte

wessen wessen wollen wir
wannimmer wir wollen
wannimmer wir wissen
wessen wessen wir wollen

weshalb warten wir
wenn wir wollen
was wir wissen
wenn wir wollen

wollen wir wirklich
was wir wissen
wenn wir wissen
was wir wollen

wannimmer wir wollen
worauf wir warten
werden wir warten
wenngleich wir wollen

wir wissen wessen wessen wir wollen
wir wissen was wir wollen
wir wollen worauf wir warten
warum weiter wissentlich warten

ob es reicht

Veröffentlicht am 2. Mai 2012 um 9:00 Uhr
Schlagwort(e):  , ,
Rubrik(en): Gedichte

ob es reicht
fragt sie
ob es reicht
frage ich

das essen reicht
sage ich
nein, das nicht
sagt sie

das geld reicht auch
sage ich
nein, das auch nicht
sagt sie Weiterlesen »

Birmingham – Tag 5

Veröffentlicht am 17. März 2012 um 17:02 Uhr
Schlagwort(e):  
Rubrik(en): Reisenotizen

05:16 Der Wecker weckt, ich mache die Augen auf, gratuliere mir, schalte den Wecker aus und warte auf den zweiten Wecker.

05:28 Der Wecker weckt nicht, ich mache die Augen nicht auf, gratuliere mir nicht, schalte den Wecker nicht aus und warte auf den Weckruf des Concierge.

05:30 Der Weckruf des Concierge kommt nicht, ich mache die Augen noch immer nicht auf, gratuliere mir schon wieder nicht und stehe nicht auf.

06:28 Ich mache die Augen auf, gratuliere mir dafür, schaue auf die Uhr und stehe im Bett. In zwei Minuten kommt mein Taxi! Weiterlesen »

Birmingham – Tag 4

Veröffentlicht am 16. März 2012 um 1:29 Uhr
Schlagwort(e):  
Rubrik(en): Reisenotizen

08:14 Ich erwache, ziemlich gerädert. Ich bin stolz auf mich, dass ich vor meinem Wecker munter geworden bin.

08:15 Panik macht sich breit. Kein Wunder, es ist halb nach Panik! Panik! Du Bist zu spät! Das kommt davon, wenn der Wecker zu wissen meint, was ich meine. Also werde ich ihm doch wieder Zeiten diktieren müssen.

08:23 Alle Wecker melden sich auf einmal. Ich muss ziemlich ignorant gewesen sein. Nicht einen Wecker habe ich bemerkt. Naja, wenn man erst halb drei im Bett liegt, ist das auch kein Wunder. Verdammte Schreiberei.

08:27 Ich bin auf dem Weg nach unten. Heute gibt’s wohl kein Frühstück für mich. Mein Magen gibt eine Petition für meine Ignoranz herum. Weiterlesen »

Birmingham – Tag 3

Veröffentlicht am 15. März 2012 um 2:21 Uhr
Schlagwort(e):  
Rubrik(en): Reisenotizen

07:45 Der Panik! Panik! Du Bist zu spät! -Wecker kreischt. Ich schrecke hoch. Geistig. Physisch gebe ich mich selbstverständlich unbeeindruckt. Wer lässt sich schon von einem Wecker aus der Ruhe bringen?

07:46 Ich schrecke hoch: Das war der letzte Wecker! Was war heute eigentlich mit den anderen?

07:59 Unter der Dusche fällt es mir ein: Ich habe sie der Reihe nach intuitiv ausgeschaltet, weil ich sie nicht leiden mochte. Zum Glück ist das Frühstück nichts, was ich nicht verpassen könnte. Vielleicht hat mein Telefon auch einfach das gemacht, was ich mir gestern erhofft hatte: Mich zu wecken, wann ich es meine, und nicht, wann ich es sage. Weiterlesen »

Birmingham – Tag 2

Veröffentlicht am 14. März 2012 um 2:29 Uhr
Schlagwort(e):  
Rubrik(en): Reisenotizen

06:16 Mein Telefon will mich wecken. Wieso das denn?

06:17 Mein Telefon kann laufen. Das Vibrationsdingens hat es in mein Ohr getragen. Es lechzt mal wieder nach Aufmerksamkeit. Ich snooze.

06:27 Mein Telefon will mich wecken. Ich snooze.

06:32 Mein Telefon will mich wecken. Ich snooze. Beim Snoozen erkenne ich, dass mir das in zwei Minuten wieder bevorsteht. Nee, das meint mein Telefon nicht erst. Ist doch mein Telefon, das es immer gut mit mir meint. Weiterlesen »

Birmingham – Tag 1

Veröffentlicht am 13. März 2012 um 2:32 Uhr
Schlagwort(e):  
Rubrik(en): Reisenotizen

07:15 Ein Wecker klingelt und wird sorgfältig in den Traum eingepflegt.

07:29 Ein weiterer Wecker klingelt. Seine Melodie macht es mir unmöglich, ihn zu assimilieren, daher sehe ich mich gezwungen, aufzuwachen.

07:30 Softwaregesteuerte Wecker sind voll die Arschlöcher. Wenn ein Mobiltelefon zwei Wecksoftwares gleichzeitig bedienen muss und dann auch noch das Telefon gesperrt ist, sieht man sich damit konfrontiert, gleich nach dem ersten Augenaufschlag geistige Höchstleistungen zu vollführen. Ich muss eine Multiplikation mit Addition lösen, um den ersten Wecker auszuschalten, und kann erst danach den zweiten ausschalten. Das ist grausam, denn der zweite Wecker hat mich schließlich mit seinen unförmigen Klängen Morpheus’ süßem Reich gewaltsam entrissen. Doch nun bin ich munter und fühle mich wie die Sabinerinnen – zurück will ich auch nicht mehr. Weiterlesen »

Zur Gauck-Kritik

Veröffentlicht am 21. Februar 2012 um 2:10 Uhr
Schlagwort(e):  , , ,
Rubrik(en): blog, Politik

Die Reaktionen im Netz auf die Nominierung Joachim Gaucks haben mich auf zweierlei Weise entsetzt.

Einerseits war die Schnelligkeit, mit der die Kritik die Öffentlichkeit erreichte, auf eine negative Art beeindruckend. Es drängt sich mir der Eindruck auf, dass einige bereits vorbereitete Gedanken unmittelbar nach der Nominierungspressekonferenz veröffentlicht wurden. Gleichzeitig stellt sich mir dabei die Frage, weshalb diese Gedanken nicht bereits im Findungsprozess veröffentlicht wurden, als sie vielleicht etwas hätten beeinflussen können.

Andererseits hat mich die Vehemenz, mit der diese Gedanken vorgetragen wurden, entsetzt. Polemik ist eine Sache, Böswilligkeit etwas anderes. In der aktuellen Situation einen Präsidentschaftskandidaten derart zu verfemen, ist mindestens fragwürdig.

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob die Kritik wirklich auf die Person Joachim Gauck abzielt, oder vielmehr auf das »Machtkartell«, das ihn nominierte. Sicherlich mag es einigen nicht gefallen, dass sich Teile der Opposition mit der Regierungskoalition verbünden — unter Ausschluss der fünften im Bundestag vertretenen Partei. Mir gefällt das auch nicht und es wäre mir lieber gewesen, dass alle staatstragenden Parteien gemeinsam an einem Tisch gesessen hätten. In diesem Sinne teile ich die von Gregor Gysi vorgetragene Kritik. Dass das »Machtkartell« aus einer vermeintlich linksökologischen Opposition und einer vermeintlich konservativ-neoliberalen Koalition offenbar sauer aufstößt, kann ich auch verstehen. Doch hierbei geht es viel weniger um einzelne ideologische Fragen, als vielmehr darum, dass das höchste Verfassungsorgan selbst geschützt werden muss. Dies wurde getan und zwar von einer Allianz aus fünf Parteien, die etwa elfhundert der zwölfhundert Sitze der Bundesversammlung teilen. Das sind also die wesentlichen staatstragenden Parteien.

In dieses Bild passt Joachim Gauck als perfekte Zielscheibe einer Stellvertreterkritik. Er stellt sich selbst als konservativ und liberal dar. Und links. Nun, einem Theologen vorzuwerfen, er sei konservativ, ist billig. Liberal wird von jenen, die jetzt kritisieren, ausschließlich als neoliberal interpretiert. Damit spielen sie dem Neoliberalismus allerdings in die Hände, denn es ist der Neoliberalismus, der das Bild heutigen Liberalismus gezeichnet hat. Liberalismus meint aber viel mehr als diese eine Interpretation. Die Kritiker verkennen das. Die Piratenpartei identifiziert sich übrigens auch als liberale Partei. Allerdings als sozialliberale. Auch das ist eine Spielart des Liberalismus. Die FDP war auch einmal eine sozialliberale Partei. Vertreter der Bürgerrechtsbewegungen findet man in den Koalitions- wie Oppositionsparteien sämtlicher Parlamente der Bundesrepublik (die NPD ausgenommen). Wer sich für die Freiheit und die Rechte des Einzelnen einsetzt, handelt nach liberalen Grundsätzen. Ergo: Joachim Gauck ist nicht notwendigerweise ein Neoliberaler.

Den schlimmsten Fehler hat Joachim Gauck allerdings begangen, als er sich als links bezeichnete. Das passt so überhaupt nicht in die ideologischen Kategorisierung, wenn einer daherkommt und sich allen drei Ideologien zugehörig fühlt. Doch es ist möglich. Nicht allein weil Joachim Gauck es von sich behauptet. Man kann durchaus die Rechte des Einzelnen verteidigen, indem man sozialpolitische Forderungen stellt. Chancengerechtigkeit ist dabei ein treffendes Stichwort. Man kann auch konservativ sein und sozial denken. Heiner Geißler tut das zum Beispiel.

Der Affront, der Gauck sich leistete, war folgender. Die Konservativen bestellen ihr politisches Feld, die Liberalen ihres und die Linken haben auch eins. Nun ist es aber so, dass die Grünen auf allen drei Feldern gleichermaßen aktiv sind. Außerdem überschneiden sich die Felder der Sozialdemokratie mit denen der Konservativen; das wird als die bürgerliche Mitte bezeichnet. Aber die Sozialdemokratie und die Linkspartei bestellen auch ein Feld. Es ist nur nicht ganz klar, wieviel jedem gehört, die Linkspartei hat zumindest das Gefühl, es stünde ihr mehr zu. Plötzlich taucht ein Joachim Gauck auf, den ein aus seiner Biografie begründeter Dissens mit Teilen der Linkspartei verbindet. Dieser Joachim Gauck lässt sich problemlos ins Lager der ewigen Besserwisser stecken, zu den Wessis eben. Diese Wessis sind die Regierungskoalition, die Opposition und die Kirchen. Dass die Kanzlerin einen ostdeutschen Hintergrund und Wahlkreis hat, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle, denn sie agiert nicht ostdeutsch, sie will kein passives Opfer sein. So wie dieser Joachim Gauck, der dann auch noch sagt, er sei links. Das macht er mit der derselben Selbstverständlichkeit, mit der er sagt, er sei konservativ und liberal. Auf einmal steht also direkt auf dem Acker der Linkspartei ein Konservativer, der gleichzeitig auch »Kommunistenjäger« ist, und sagt: »Ich bin der Neue, ich komme jetzt öfter.« Offenbar geht es also um Verteilungskämpfe. Für die entsprechenden Kohorten der Linkspartei ist das ein Frontalangriff auf die eigene Identität, deren Deutungshoheit sie immer weniger verteidigen können. Zumal Gauck seit Beginn seiner politischen Laufbahn gegen deren Anspruch über die Deutungshoheit angeht. Hier geht es um die Deutung dessen, was links ist und auch, was die Geschichte der DDR angeht. Für Gauck ist klar, dass die DDR ein Unrechtsstaat war und er lässt in diesem Punkt auch nicht mit sich reden. Seine Definition von Mittäterschaft halte ich für zu weit gefasst, dennoch bin ich der Ansicht, dass man unbedingt gegen das Verdrängen und Vergessen angehen muss. Und hier ähneln sich die Debatten und Argumente über die NS-Zeit und über die DDR. Allein das macht mir schon Bauchschmerzen. Es ist nur allzu verständlich, dass man als Mensch lieber auf der richtigen Seite der Geschichte stehen möchte und deshalb ist es für manche so wichtig, die NS-Zeit nicht zu vergessen, die DDR aber schon. Doch wie es aussieht, ist es möglich, auf beiden Seiten gleichzeitig zu stehen. Auch das ist eine wichtige Lehre aus der Geschichte: Das Gegenteil des Bösen ist nicht notwendigerweise das Gute.

Daher kommen die Reflexe prompt: Gauck sei ein Verteidiger der Hartz-Gesetze. In diesem Zusammenhang taucht hin und wieder ganz gern »Verelendung« auf. Für deutsche Maßstäbe mag das wohl so sein, allerdings ist Verelendung kaum steigerungsfähig. Wenn ich an Griechenland oder Spanien denke, dann weiß ich nicht, wie ich die dortigen sozialen Verschlechterungen beschreiben soll, wenn schon Hartz-IV eine Verelendung darstellt. Von Zuständen außerhalb des Kontinentes ganz zu schweigen. Auch verharmlose Gauck als Unterzeichner der Prager Erklärung den Holocaust. Allerdings unterstreicht Punkt 7 dieser Erklärung das genaue Gegenteil. Ferner wird ihm attestiert, dass er Sarrazins Behauptungen unterstützen würde. Wenn man nur einen Satz herausgreift, mag dies den Anschein erwecken. Liest man allerdings ein paar Sätze mehr, so wird sehr schnell klar, dass Gauck Sarrazin keineswegs einen Freibrief ausgestellt hat. Das wohl einzige Argument, das beide diesbezüglich teilen lautet: Die Integration läuft nicht so wie sie sollte. Etwas aktueller wird es, wenn es um Occupy geht. Die fände er wohl albern. Auch das ist nur die halbe Wahrheit: Die Vorstellung, eine marktfreie Ordnung löse all unsere Probleme, sei romantisch. Angesichts der vielen Dagegen-Postitionen, die Occupy vertritt, kann dies kaum als Komplettablehnung verstanden werden.

Schließlich war da noch die Sache mit der Freiheit und dem Terrorismus. Da sagte Gauck zwei interessante Dinge. »Wenn der Staat Rechte beschneidet, dann muss es verhältnismäßig sein. Ich will tragfähige Belege, was das Ganze bringt.« Das kann man vielseitig interpretieren. Daran kann man etwas auszusetzen haben, muss man aber nicht. »Sie [Ströbele] müssen wissen, dass etwa die Speicherung von Telekommunikationsdaten nicht der Beginn eines Spitzelstaates ist.« Auch das ist richtig, aber sehr zynisch: Ein Spitzelstaat ist auf Spitzel angewiesen. Die Speicherung von Telekommunikationsdaten verläuft hingegen automatisch. Wie Joachim Gauck diese Aussagen, vor allem die Letzte, mit seiner Biographie in Einklang bringt, erschließt sich mir nicht völlig. Auch Nacktscannern gegenüber ist er als FKKler aufgeschlossen. Nun, das ist mir zu simpel gedacht: Die Welt besteht nicht nur aus FKKlern. Update: Der zweite Link der Dafür-Kategorie beinhaltet Links zum vollständigen Gespräch. Daraus ergibt sich ein anderes Bild als das, welches der Standard aus Wien gezeichnet hat.

Joachim Gauck lässt sich sowohl kritisieren als auch verteidigen. Doch sollte dabei eine gewisse respektvolle Form gewahrt werden, denn man darf nicht vergessen: Auch der Feind ist ein Mensch.

Weiterführende Links

Dagegen

Dafür

Auf dem Weg zum Zorn.

Veröffentlicht am 2. Januar 2012 um 22:06 Uhr
Schlagwort(e):  , , ,
Rubrik(en): Gedanken, Politik, Re(e)volution, Zeitgeist

Ich sage es gleich zu Beginn: Ich bin stinksauer.

Ich bin sauer, weil wir allem Anschein nach auf einem Niveau angekommen sind, wo man sich fragt, ob die Welt spinnt oder man selbst. Und obwohl man weiß, dass es die Welt sein muss, den Kopf duckt, die Füße still und die Faust in der Tasche hält. Doch dann sind da diese kleinen Momente, in denen einem Konstantin Weckers Zeilen wieder in den Sinn kommen: »[…] trotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, oder grad deswegn.«

Ich frage mich ernsthaft, was dem Amt des Bundespräsidenten mehr schadet: Derjenige, der in einem Husarenstück ins Schloss gewählt wurde, oder etwa der Titel der aktuellen Titanic. Letzteres ist eindeutig weit jenseits der Grenze des Anstandes, doch wo ist dann der gegenwärtige Inhaber des höchsten Amtes unserer Republik auf derselben Skala zu finden? Weiterlesen »